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Holistic Deep Listening

Deep Listening beschreibt die Hoffnung, dass eine andere Wirklichkeit möglich ist.

 

Wenn man den Zustand der Erde und Menschheit heute mit dem vor etwa 150 Jahren vergleicht, kann man nur fassungslos sein. Ganz nüchtern beobachtet, ohne Wertungen: wir sind Barbaren geblieben, nach Jahrtausenden menschlicher Zivilisation führen wir immer noch und mehr Kriege, zerstören die Erde in Höchstgeschwindigkeit - sogar in voller Erkenntnis dessen. Wir leben in Abgrenzungen und Abtrennungen in unseren Gesellschaften und Ländern untereinander - und in immer größerer Abgetrenntheit zu unserer wahrhaftigen Lebensgrundlage: zu Mutter Natur. Wir sind einem atemberaubenden Tempo der Globalisierung, Technisierung, Konkurrenz und Aggression ausgeliefert. In einem solchen Umfeld, in einem so ausgerichteten Wirtschaften siegt am Ende kein lebendiges Wesen, keine menschliche Regung, keine wahrhaftige Kommunikation, sondern eine eiskalte Trilogie: Macht, Geld und Gier. Wir funktionieren wie die Gefangenen in Platons Höhlengleichnis, die seit ihrer Kindheit nur Schatten von unbekannten Dingen an der Wand sehen und deuten diese Schatten, Illusionen - unsere heutige Matrix - als allumfassende, einzige Realität. Vom Gegenteil sind wir nur schwer zu überzeugen. Wir brauchen aber eine wahrhaft menschlichere Zukunft! Sie ist möglich, denn die Evolution hat der Menschheit eine große Kraft mitgegeben. Diese Kraft erwecken wir mit Deep Listening (s.a. die Seite Deep Listening).

 

 

Die heutigen Menschen als Barbaren. Es gibt Ursachen unseres Handelns.

 

Es fängt bereits vor und mit der Geburt an. Eigentlich kamen wir richtig auf die Welt. Doch wir wurden als Babys brutal abgenabelt und traumatisiert in die Welt geworfen, schon in unseren ersten Monaten immer weiter vom ganzheitlichen Menschsein abgetrennt. Wir sind abhängig und den Prägungen hilflos ausgeliefert. So lernen wir Sprechen und sollen gleichzeitig ruhig sein, lernen Laufen und sollen still sitzen. In der heutigen Wirklichkeit und unserer Erziehung setzen wir nur einen kleinen Teil unserer Sinne, Energien und des Gehirns ein. Wir werden mit ‚entweder-oder Sätzen, ‚wenn-dann-Bedingungen’ oder in ‚je höher, schneller, weiter - desto besser‘-Belohnungssystemen in passende Muster, Hamsterräder und Systeme gepresst, in Schule und Beruf zu Vergleichen und Aggression erzogen. Bezug zur Natur, Achtsamkeitsübungen oder ein Gefühl für unsere Wurzeln kommen da nicht vor. Das hat Konsequenzen für unsere Eigenwahrnehmung, unser Bild der Wirklichkeit und unsere Kommunikationsfähigkeit. Was kann da anderes herauskommen, als ein Gefühl des Getrenntseins, beladen zu sein mit Ängsten und Schuldgefühlen, sich unzureichend und ungesehen zu fühlen und Bindungsstörungen zu entwickeln? Es gibt immer nur ein ‚Ich bin so, der oder die ist aber so‘. Es gibt kein Wir-Gefühl, wir haben nie Mitgefühl erlernt, weil das nie Fokus unserer ‚Erziehung‘ oder besser gesagt Entwicklung war, später nicht im schulischen Lehrplan stand und auch gesellschaftlich nicht belohnt wird. Diese anerzogenen Muster sorgen dafür, dass wir unfähig sind, wahrhaftig menschlich zu handeln, miteinander umzugehen, wahrhaftig zu kommunizieren. Wir wissen nicht mehr, was Gemeinschaft ist und Gesellschaften zusammenhält. Einsamkeit, Konflikte, Umweltzerstörung, Kriege sind die Folgen. 

Nun kann man hergehen und sagen: 'Es ist doch auch viel Gutes passiert! Nach der französischen Revolution haben sich viele Gesellschaften für menschlichere Formen des Zusammenlebens entschieden, für Demokratien mit Sozialgesetzgebungen anstelle von Theokratien, Kaiserreiche oder Diktaturen. Der technische Fortschritt, die Künstliche Intelligenz (KI), alternative Formen der Energiegewinnung, Medizintechnologien und neue Medikamente entlasten Menschen und Umwelt. Auch ist es sehr sinnvoll und ebenso dringend, den Urwald zu erhalten, Bäume nachzupflanzen, den Artenreichtum zu erhalten, die Meere zu säubern und den fossilen Energieverbrauch endlich herunterzufahren.' Aber: dies alles reicht nicht mehr aus für das langfristige Überleben von 9 Mrd. Menschen!

 

 

Deep Listening kann uns ändern.

 

Die skizzierten anerzogenen Muster, sorgen dafür, dass wir zwangsläufig völlig unfähig sind, menschlich zu handeln, miteinander umzugehen, wahrhaftig zu kommunizieren. Macht, Geld, Gier und Kriege bleiben im Inneren und äußeren unser Fokus. Deshalb müssen wir an dieser Muster heran. Es gibt etwas sehr Heilsames, was diese Teufelskreise durchbricht und ins Licht führt: Deep Listening. Es setzt direkt bei Dir selbst und Deinem Umfeld an. Es geht dabei aber nicht um Tiefenanalyse oder neumoderne Therapiekonzepte. Diese sind oft schwierig, langwierig und erfolglos. Übrigens kann man keine 9 Mrd. Menschen im therapeutischen Setting, wohlmöglich noch gegen ihren Willen so behandeln - und schon gar nicht transformieren. Es braucht keine Lehrer, Therapeuten oder Gurus! Keine Hierarchie, keine Macht, keine Form. Wir halten den Schlüssel alle selbst in der Hand. Dieser Schlüssel ist einfach, erdverbunden und menschlich - und er öffnet die Tür zur universellen Wahrheit! Wenn es eine zentrale Kraft gibt, die die menschliche Erfahrung transformiert, dann ist es die empathische Kraft des tiefen Hörens und der Stille.

 

Die Bedeutung des Holistic Deep Listening.

 

Deep Listening endet nicht beim Hören mit den Ohren, aber auch nicht in der zwischenmenschlichen Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Ein Dialog oder ein tiefes Hören kann auch jenseits von Sprache oder sogar physischer Begegnung erfolgen. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wieviel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt ist“, so Rainer Maria Rilke.  Doch die Natur ist in den letzten Jahrzehnten immer leiser und wir Menschen immer lauter geworden. Wir müssen uns die Stille zurückholen im eigenen Raum, leer werden wie ein weißes Blatt Papier, zu unserem Ursprung zurückkehren, um dann über Lichtbrücken mit allem Beseelten in wahrhaftige Kommunikation zu treten: mit Pflanzen, so werden z.B. Bäume im Waldbaden gern umarmt, Tieren - blicke etwa einmal tief und lange in die Augen z.B. eines Affen, Sachen- betrachte ganz ausführlich und bewusst dein erstes geliebtes Kuscheltier aus der frühen Kindheit, mit Landschaften von Mutter Erde - tauche in sie ein und erfahre z.B. die Heiligkeit eines Berganblickes- und mit dem Universum und Dir selbst, vielleicht in Form einer schamanischen Reise, mit resultierenden Versenkungen in eigenen Gedankenwelten, z.B. über visionäre Gesellschaftsentwürfe. 

 

Die persönliche Transformation durch Deep Listening kann einen Wandel in allen Gesellschaften und im Verhältnis zu Mutter Erde bewirken. Durch Deep Listening entwickeln wir wieder die Empathie, die wir brauchen, um mit Mutter Erde in die richtige Kommunikation zu treten. Alles Beseelte schwingt miteinander. Stell Dir bildlich Millionen oder Milliarden miteinander verwobene Spinnennetze vor. Durch die Berührung nur eines Fadens bringst Du das ganze Netzwerk zum Schwingen, sendest Informationen bis in den hintersten Zipfel des Netzes. Es ist alles Energie. Durch die für unser Auge unsichtbaren Energien sind wir mit unserer Erde und weltweit miteinander verwoben. Alles ist mit allem verbunden. Daher haben alle unsere Gedanken und Handlungen Auswirkungen. Das Resonanzgesetz vermittelt Dir: Du ziehst das an, was Du aussendest. Dazu gehören innere Haltung, Gedanken, Gefühle, Worte, Handlungen.

 

Damit sind wir bei Mikropolitik: Die Welt zu einem besseren Ort machen beginnt in jedem von uns! „Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“, so sagte es Mahatma Gandhi. Die Welt ist offen und frei, abhängig von unserem Bewusstsein. Beginne bei Dir selbst, erforsche Dich, Deine Seele, Dein Bewusstsein. Aus unserem Bewusstsein können wir im gegenwärtigen Moment viel Energie schöpfen und auch nach außen hin gestalten. In der zwischenmenschlichen Kommunikation zeigt sich, dass durch Deep Listening wirkliche Verbundenheit und persönlicher Frieden entstehen. Wenn wir dies also in den Alltag integrieren, kann es den privaten und öffentlichen Raum transformieren - durch kleine Circle, größere Veranstaltungen, Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Organisationen. Online und offline. Holistic Deep Listening (HDL), ganzheitliches tiefes Zuhören könnte unsere terrestrische Gemeinschaft und unseren Umgang mit dem Lebewesen Erde völlig verändern.

Visionen. Utopien.

Wir betreten somit ein sehr weites Feld, das an dieser Stelle nur skizziert werden kann. Liebe Leserin, lieber Leser, höre einmal nach dem Prinzip des Deep Listening - mit dem Herzen, mitfühlend, vorurteilsfrei - tief in folgende Gedanken hinein:

 

Einen Ökoidealismus für 9 Mrd. Menschen im Sinne von ‚Wir leben jetzt alle im Wald’ kann es nicht geben. Aber es gibt jenseits des Materialismus, der herrschenden Institutionen, Dogmen und Religionen, der Schatten einer kleinen Wirklichkeit, in denen sich die Höhlen-Menschheit gerade bewegt so viel mehr zu entdecken! Also kein ‚Zurück zur Natur’, sondern ein Entdecken unserer wahrhaftigen Natur!: Was macht uns als Menschen aus? Was ist das wahrhaftig Menschliche in uns? 

 

Betrachten wir einige Aspekte nüchtern: nach der asexuellen Fortpflanzung in erdlichen Urzeiten entwickelte die Evolution seit mehr als einer Milliarde Jahren das männliche und weibliche Prinzip, weil diese Trennung evolutionäre Vorteile bot. Der Ursprung des Menschen liegt wohlmöglich in Afrika vor Millionen von Jahren, bei dem Homo Sapiens mögen es hunderttausende von Jahren sein. Die Vormachtstellung des männlichen Prinzips (durchsetzen, strukturieren, zielorientiert sein, kontrolliert und logisch handeln, beschützen…), das Patriarchat gibt es vermutlich seit der neolithischen Revolution vor mehr als 12000 Jahren, als Ackerbau und Viehzucht die Lebensweise dramatisch veränderten. Menschliche Lebensräume verdichteten sich, es wurden Genzen gezogen, um Besitz anzuzeigen. Aus Angst und Machtstreben wurden auch weibliche Fähigkeiten immer stärker zurückgedrängt. Die Abgrenzung und Entfremdung von der Natur setzte ein. Doch Natur und weibliche Fähigkeiten gilt es für eine echte Transformation in ein wahrhaft menschlicheres, ausgewogeneres, umweltgerechteres Zeitalter wieder zu entdecken: Empathie, Fürsorge, Kooperation, Offenheit, Bewahrung, Empfangen, Nachhaltigkeit... Vielleicht bricht  jetzt also ein  ‚weiblich geprägtes Zeitalter‘ an?

 

Das weibliche und männliche Prinzip deutet auf einen größeren Zusammenhang hin: die Dualität im menschlichen und universellen Dasein. Yin und Yang, Licht und Schatten, linke und rechte Hemisphäre, Freude und Leid, schwarz und weiß, gut und schlecht, Ruhe und Bewegung... Diese grundsätzlichen Zweiheiten sind keine Getrenntheiten, existieren nicht als nebeneinander oder gegeneinander stehende Gegensätze, sondern ergänzen sich wertvoll. Ohne das Eine kann das Andere nicht sein. Sie stehen in Beziehung, sind für Weiterentwicklungsprozesse notwendig, schaffen im natürlichen Fluss des Lebens immer wieder neue dynamische Gleichgewichte und bilden in letzter Konsequenz Harmonie und universelle Einheit. Das Deep Listening beweist, dass es nicht um Polaritäten, nicht um ein 'Entweder-oder', sondern um ein mitfühlendes 'Sowohl-als auch' geht. So lassen sich Gegensätze nutzen, anstatt gegen sie zu kämpfen. Zum inneren und äußeren Frieden gehört Versöhnung, auch mit Dir selbst! Erkenne in Dir Dein Licht und Deine Schatten, akzeptiere sie für eine Weiterentwicklung. So bist Du auch in Verbindung mit anderen Menschen und Wesenheiten. 

Sprache wird als Faktor des Menschseins beschrieben. Doch damit müssen wir achtsamer umgehen lernen! Ludwig Wittgenstein verdeutlichte, dass die eigene Sprache eine zu enge Grenze ist, innerhalb derer man denkt und handelt. Sprache kann daher nicht alles erfassen, was ist, schafft eine unvollständige Wirklichkeit, ein eingeschränktes Bewusstsein, führt in die Irre, manipuliert, trennt, verharmlost, überzeichnet. Sprache führte sicher zu höchsten Erkenntnissen in den unterschiedlichen Disziplinen, aber auch in den Völkermord und Untergang. Sprache wird auch durch Entwicklungen verändert:

 

Wir haben in den letzten Jahrzehnten die Sprache immer mehr ökonomisiert, technisiert und verklausuliert. Sprache drückt in unserem Alltag schon lange nicht mehr die Wahrheit aus. Endlose Beispiele wären hier aufzuführen. Nehmen wir als Muster nur den Begriff des Wirtschaftswachstums (‚Bruttoinlandsprodukt’). Ist es nicht absurd, wenn die Regenwaldabholzung, steigende Krebsraten, Unfälle, Krankenhausaufenthalte, Operationen, Medikamente, Rechtsstreitigkeiten usw. positiv im Wirtschaftswachstum gespiegelt werden? Wir brauchen in einer neuen Zeit neue Wohlfahrts-, Gesundheits- und Glücksmaßstäbe! Was wird mit der Bedeutung von Arbeit, Freizeit, Freiheit, was heißt Wohlstand, Lebensqualität? Was macht Glück aus? Subjektives Erleben ist vielleicht mathematisch schwerer meßbar. Doch sind Umfragen nach psychischen und sozialem Wohlbefinden, Freude, Sinnhaftigkeit, Lebenszufriedenheit, Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe nicht wahrhaftiger als gefälschte Statistiken und Indikatoren? Schließlich: Wie fragil ist eine Gesellschaft oder Staatsform, deren Stabilität vor allem auf der Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums beruht? Wir brauchen dringend neue Ziele und Werte!

 

Richard David Precht fordert für eine zukunftsorientiertere, gestaltungsfähigere Politik, die Wahltermine auf einen Tag zu legen und Amtszeiten zu verlängern. Wenn wir dies umsetzen, verändern wir auch die Inhalte, Ziele und Sprache der Politik! Dazu braucht es auch bewußtere Medien. In den letzten Jahren wurden Medien eher Teil des Problems. Dabei ist es ihre Aufgabe, möglichst viele Sichtweisen zur Sprache zu bringen und Toleranz zu fördern. Im Sinne des Deep Listenings gibt es in den Medien künftig kein 'entweder-oder', sondern ein konstruktives 'Sowohl als auch', ein Miteinander. Zur Darbietung der Nachrichten generell: Es sehen immer mehr Menschen immer weniger gern die Nachrichten, weil sie gesundheitsschädlich oder selektiv sind. Wie wäre es, wenn künftig positiven und negativen Nachrichten gleichviel Gewicht eingeräumt wird? Im positiven Teil hören wir dann Neuigkeiten wie z.B.: 'Es wurde entdeckt, wie man am besten mit einem Baum kommuniziert; Dr. med. Natur hat wieder einen Schwerkranken geheilt; Deep Listening hatte im kleinen Örtchen X vor Jahren einen Boom für heilsame Circle ausgelöst, nun steigen dadurch die Glücksindikatoren durch Nachbarschaftshilfe und umweltbewussteren Lebensstil…'. Wie schnell würde sich das Bewusstsein, würden sich Lebensinhalte und Ziele ändern! Deep Listening zeigt ohnehin, dass der zwischenmenschliche Dialog anders gestaltet werden kann. Und dass sich Kommunikation nicht nur über Worte ausdrückt, sondern unendlich viel mehr enthält. In Bildung, Erziehung, Politik und Medien brauchen wir einen neuen Umgang mit der Sprache und andere Kommunikationsformen, wenn sich darin wahrhaftige Menschlichkeit ausdrücken soll.

 

Wie wichtig das menschliche Bewusstsein und Kommunikation sind, zeigt uns der Blick auf andere Kulturen. Was können wir daraus lernen, wenn es andere Kulturen und Wesenheiten gibt, die nicht durch Macht und Unterwerfung funktionieren, sondern z.B. in einem ganz anders gearteten, hoch entwickelten geistigen Bewusstsein oder in einem Angebundensein an etwas Höherem leben? Clemens Kuby heilte seine Querschnittslähmung in Zwiesprache mit seiner Seele, dann lernte er die Kultur der Tibeter tief kennen. Er erzählt, dass es in dieser Kultur z.B. nur ein Wort -‚Moto‘- für alle möglichen Technikgegenstände gibt, dafür aber zwanzig verschiedene Begriffe für das Bewusstsein. Die Tibeter können somit Geistes- und Bewusstseinsprozesse ganz anders beschreiben und erleben. Um diese Geisteszentrierung nicht zu gefährden, verweigerten sie z.B. auch vor 1500 Jahren die Einführung des Rades. „So tief gehend, wie im Abendland die Materie seit 1300 Jahren erforscht wurde, so tief wurde in Tibet der Geist erforscht… So weit, wie wir es auf dem Gebiet der Materie gebracht haben, hat der Buddhismus es auf seinem Gebiet des Geistes gebracht.“ 

 

Anandamayi Ma (übersetzt: ‚von Glückseligkeit durchdrungene Mutter’) hat durch ihre Existenz im letzten Jahrhundert bewiesen, wie ganz anders sich das Menschsein ausdrücken kann und zu was wir Menschen in der Lage sein könnten: zur Angebundenheit an das Höhere, zu grenzenlosem Bewusstsein, zum All-Eins-Sein, zur wahrhaftigen Liebe. 

 

Was macht uns noch als Menschen aus? Unsere Intelligenz, unsere kognitiven Fähigkeiten? Eine große Hilfe kann für die Beantwortung der Frage die Künstliche Intelligenz (KI) sein: Sie überragt nicht nur in logischen Kontexten, sondern wirkt z.B. auch in kreative und therapeutische Prozesse weit hinein, verändert Berufe, Kommunikation und die Wirklichkeit gravierend. Wir sind im Denken nicht schneller oder besser als die KI. Damit müssen wir auch darauf achten, dass KI nicht den Menschen selbst bedroht. So war z.B. das Internet für viele hoffnungsvoll gestartet - als Plattform einer weltweit friedlichen, hierarchiefreien Vernetzung!  Heute ähnelt das Internet in großen Teilen eher einem Kriegsschauplatz,  auf dem mächtige Filter, Logarithmen und Influenzer nicht nur die Gesundheit der jungen Generationen, sondern auch die Stabilität von Staaten bedrohen. Der Mensch ist als analoges Wesen immer langsamer als die digitale Entwicklung, aber er muss aus ureigenstem Interesse Schutzmechanismen installieren. Ist nicht auch ein Parallelinternet denkbar, das in seiner Ausrichtung und Programmierung als Plattform echter menschlicher Verbindung im Sinne des Deep Listening dienen kann?

Nach Emanuel Kant sind Raum, Zeit und Selbst Konstrukte des Geistes. Wir brauchen diese Konstrukte, alles muss an einem festen Platz im Raum stattfinden und stets auf ein Selbst bezogen sein. Wir sind keine passiven, nüchternen Beobachter einer fertigen Welt, sondern konstruieren sie ständig. Damit können wir diese Dinge niemals so erkennen, wie sie an sich selbst sind, sondern nur so, wie sie uns durch unsere raumzeitliche Struktur erscheinen. 'Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben', so EpiktetViele Menschen agieren nach dem Motto: 'Ich glaube nur das, was ich sehe'. Auch das Gedächtnis ist sehr kreativ: 'Meine Erinnerungen gehören mir' ist also auch falsch, denn sie ändern sich ständig. Solche Haltungen führen zu einer noch viel eingeschränkteren Erfassung der Wirklichkeit. Die Neurowissenschaften und die Psychologie zeigen, dass unser Gehirn, unser Verstand -zugleich bombardiert von zahllosen Gedanken, Ängsten und Mustern - und unser Gedächtnis trügerisch und manipulierbar sind. Wir alle haben unterschiedliche genetische Voraussetzungen, Prägungen und Muster. Unterschiedliche Sichtweisen, Betrachtungsstandpunkte, Erfahrungen, Ausschnitte der Realität führen zu völlig unterschiedlichen Interpretationen, Handlungen und (Vor-) Urteilen. Die Realität ist für jeden eine andere. Diese unterschiedliche Wahrnehmungen führen dann zu Perspektiven- und Meinungsverschiedenheiten, zu inneren und äußeren Kämpfen - anstelle des einander Verstehens der Unterschiedlichkeit im Deep Listening.

 

Vieles ist für den Sehsinn des Menschen, für die anderen Sinne und für den Verstand kaum wahrnehmbar bzw. begreifbar - und existiert trotzdem! Können wir etwa alle Energien sehen? Kennen wir bereits alle Wesenheiten dieser Erde? Ist die menschliche Intelligenz mit der Intelligenz anderer Wesen vergleichbar?   Fazit: Trau nicht Deinem Verstand und Gedächtnis! Trau auch nicht Deinem Bild der Wirklichkeit! Hinterfrage Dich. In Erkenntnis dieser Einschränkungen brauchen wir daher gleichzeitig ein Sich selbst in Frage stellen, ein systemisches Denken und das Korrektiv eines sozialen Miteinanders.

Sollten wir den Begriff bzw. die Herkunft der Intelligenz neu definieren? Wodurch werden wir gesteuert? Wir glauben, mit dem Verstand bewusste Entscheidungen zu treffen. Doch das Unterbewusstsein ist der wahre Motor, der ca. 95% der Handlungen, Gedanken und Emotionen steuert. Während das Bewusstsein bei Entscheidungen nur wenige Faktoren einbeziehen kann, schöpft das Unterbewusstsein für den geforderten Moment aus hunderten von Faktoren eines stillen Wissens. Die vielzitierten Bauchentscheidungen sind sehr schnelle Entscheidungen des Unterbewusstseins, von unbewusster Intelligenz, wie es Gerd Gigerenzer nennt. Studien zeigen, dass Bauchentscheidungen oft glücklicher machen als rationale Kopfentscheidungen, da sie weniger mühsam sind und oft zu befriedigenderen Ergebnissen führen. Es sind intuitive Entscheidungen, die auf Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen und Mustern basieren, die im Unterbewusstsein gespeichert sind. Das Unterbewusstsein, in der Psychoanalyse um 1900 noch ein dunkler Ort der Triebe, ist in Wahrheit ein Ort des Lichts, das uns leitet, also vielmehr ein Königsbewusstsein - bestimmt unser Fühlen, Denken und Handeln, unsere Träume und unser Inneres maßgeblich, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. ​Das Unterbewusstsein bietet den Zugang zu einem tieferen, weiseren Bereich in uns, ist Tor zur Seele und führt zur Beantwortung der Frage 'Wer bist Du?'. Forschungen zeigen, dass auch das Herz eine große Rolle spielt. Es erkennt noch vor dem Verstand neue Situationen, z.B. Gefahren. Vom Herzen gehen mehr Informationen an das Gehirn im Kopf, als umgekehrt. Beim Deep Listening, in unserer Empathie benutzen wir die selben Netzwerkstrukturen des Unterbewusstseins und des Herzens. 

 

Eckhart Tolle beschreibt plastisch, dass der Verstand eher uns benutzt als wir ihn. Wenn uns das Gehirn mit der Gedankenflut als Müllabladestelle annektiert und zudem bekannt ist, dass wir das Gehirn nur zu maximal 20% ausschöpfen: Welche Erkenntnisse, Weisheiten und resultierende Wirklichkeiten wären also möglich, wenn wir unser Gehirn annähernd ausschöpfen würden, welche Transformation, wenn wir universelle Gesetze umfassender wahrnehmen und tiefer begreifen könnten? Wir haben ein Herz, wir haben einen Unterbewusstsein, wir haben Gefühle, wir sind emphatisch und können tief zuhören, wir sind Liebe. Wir haben ein Bewusstsein, das uns von der KI unterscheidet und aus dem wir die Welt frei gestalten können. Wir bewahren die Weisheit einer Jahrtausende alten Menschheit in unseren Genen und könnten immer mehr in der Lage sein, die Weisheitsbibliothek des Universum noch besser zu verstehen! 

Wie unterschiedlich sind wir Menschen weltweit? Schauen wir auf unsere grundlegenden Gefühle: Bei allen Menschen und Kulturen dieser Erde sind Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung gleich. Diese Basisemotionen gelten als universell und sind kulturunabhängig erkennbar. In ihren Gefühlen, in Freud und Leid, sind also alle Menschen der Erde gleich! Wenn nicht, wurde etwas abtrainiert. Im Deep Listening erkennen wir das intuitiv: wir sind tatsächlich als Menschen letztendlich alle gleich und wir verschmelzen im All-Eins-Sein. Jiddu Krishnamurti, der vielleicht weiseste Mensch des 20. Jahrhunderts sagt: „Ich bin psychisch, seelisch die übrige Menschheit. Dein Bewusstsein ist nicht deines, sondern auch das Bewusstsein der übrigen Menschheit.“

 

Menschen und Gesellschaften ändern sich über ihre nachkommenden Generationen, mit ihren Kindern. Wenn wir auf die Welt kommen, kann uns von Anfang an universelle Weisheit begleiten - anstelle eines veralteten, begrenzten Wissens der Abtrennungen. Somit stehen ganz anders zu gestaltende erste tausend Tage der Menschwerdung auf der Tagesordnung - incl. der neun Monate vor der Geburt. Beispielsweise zeigt die Epigenetik, dass eine schwangere Frau drei Generationen in sich trägt: Mutter, Fötus und die genetische Disposition für die nächste Generation des Fötus. Und die Ahnen geben über Gene und Verhalten Erblasten, Traumata und Wiederholungsmuster weiter. Seit den 1990 Jahren werden Kinder nach der Geburt nicht mehr von der Mutter getrennt, weil die frühkindliche Entwicklung ohne Bonding stark beeinträchtigt wird. Setzen wir auch das rechtzeitige Bonding mit Mutter Natur um! Hören wir ihr bitte endlich tief zu! Wie gehen Naturvölkern mit ihren Kindern um? Die Macht der Töne und der Sprache ist bereits vor unserer Geburt wirksam, langsam bewusster wird sie uns beim erfolgreichen Schreien nach der Muttermilch und der kindlichen Entdeckung des ‚Nein’. Gehen wir also achtsamer mit den Tönen und der Sprache um. Wir müssen nicht immer nur von Wundern oder Zufällen reden, wenn wir Dinge mit dem westlich geprägten Verstand nicht erklären können. Schauen wir auch auf andere Kulturen! Was lernen wir z.B. von den Buddhisten? Sensibilisieren wir uns auch frühzeitig ausgewogen für unser Königsbewusstsein, die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften, alle menschlichen Sinne, Chakren und für die Bedeutung des Nervensystems. Die rechte und linke Gehirnhälfte müssen ausgewogen gefördert werden… Denken wir an die Erkenntnisse der neuen Physik hinsichtlich Energie, Materie und Zeit, die das mechanistisch-materielle Weltbild komplett in Frage stellt, an die Unterschiedlichkeit westlicher und östlicher Philosophien und Erkenntnisse, an die vedischen Schriften, Mayas und Schamanen, an Ausgrabungen, die so manches Geschichtsbild hinterfragen. Denken wir an neuere Forschungen in der Psychologie und die Entwicklung einer ganzheitlicheren Medizin. Die besten Erkenntnisse der Wissenschaften aller Weltkulturen müssen gleichberechtigt zusammengeführt werden.

Es folgen daraus automatisch veränderte Sichtweisen in Bezug auf ‚Erziehung‘, Bildung, Schulsystem. Wieviel Strukturierung ist menschlich? „Man muss noch Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Friedrich Nietzsche betonte damit, dass Kreativität, Neuanfang und wahre Schöpfung nur aus einem Zustand innerer Unruhe, Formlosigkeit und dem Überwinden von Traditionen entstehen können, nicht aus reiner Ordnung oder Konformität. Vertrautes muss aufgelöst werden, wenn etwas Neues, Geniales entstehen soll. Statt unsere Heranwachsenden mit zehn oder mehr endlos erscheinenden, langweiligen Schuljahren in kasernenartigen Käfigen abzurichten, können wir sie ihr Leben selbst entdecken lassen. Selbstorganisation und Selbständigkeit kann schon im Kindergarten gefördert werden. KI bedeutet bisher eher eine seelenlose Digitalisierung der Schulen, sie kann aber Platz schaffen für das Richtige: wir brauchen keine endlosen Lerntrichter mehr für das Weltwissen, das auf jedem Handy in jeder Hosentasche verfügbar ist. Stoffpläne sind zu entrümpeln, Mauern zwischen Fächern und Lehrenden sind einzureißen. Wer behauptet ernsthaft, dass die Bedeutung der binomischen Formel in der Alltagswirklichkeit und im Leben für Schüler einfacher und wichtiger ist als die Bedeutung des Königsbewusstsein oder der Epigenetik? Statt Rotstift, Noten, Schuldzuweisungen, Ermahnungen und resultierender Schultraumata darf es jetzt lebendige Entwicklungen geben. Lernen braucht Herzblut, Machen und Tun. Die Lernerfahrung muss alle Sinne des Menschen ansprechen und die Trennung zwischen Schule und Leben überwinden!

 

Schulen werden zu wahrhaftigen Entwicklungs- und Erfahrungsorten für ein bewussteres Leben. Bewusstseinsschulen. Lehrende sind selbst Lernende, Coaches, reines Wissens ist ja für alle in der Tasche verfügbar. Künftig kommt es auf die Verknüpfung an, auf eine möglichst ganzheitliche Entdeckungsreise. Diese beinhaltet schon in den ersten Lebensjahren, in Kindergärten und dann auch in Schulen z.B. Meditations-, Empathie- und Achtsamkeitsübungen, Selbstreflexionen, soziale Übungen und Interaktionen, Resilienz- und Konzentrationstraining, interkulturellen Austausch, Yoga, Musik, Mantren. Wo immer möglich gibt es auch Begegnungen mit Natur und anderen Kulturen. Lehrende - oder besser - selbst lernende Anleitende organisieren dies, teilen ihre Erfahrungen hierarchiefrei. Sie schaffen so viel mehr Raum für die Entwicklung wahrhaft menschlicher Fähigkeiten - bei sich und anderen. Das motiviert alle. Integriertes Deep Listening erzeugt Selbsterkenntnis, Mitgefühl, ein Akzeptieren der Dualitäten, einen friedlichen, sozialen Umgang miteinander, ein Wir-Gefühl, gemeinsame Erfolgserlebnisse statt trennendem Konkurrenzdenken, ein in Resonanz gehen mit der menschlichen Weisheitsbibliothek und den Energien des Universums. 

 

Durch Holistic Deep Listening geprägte, friedliche, soziale Gemeinschaften mit einer Nähe zu Mutter Erde schädigen am wenigstens Mensch und Natur - weil sie im Gegenüber und in der Natur sich selbst erblicken und mehr und mehr das ‚All-Eins-Sein‘ im Alltag erlernen. Wenn Menschen sich selbst besser erkennen, ihre fühlende Anteile neu entdecken, Liebe empfinden und umsetzen, werden sich auch ihren Anspruchshaltungen und Lebensgewohnheiten ändern, ihre Bewusstheit, ihre Ernährung, Gesundheit, Hobbys usw. Die Verbrechensrate nimmt ab, das Sicherheitsgefühl zu. Es bilden sich neue Berufe oder nennen wir es besser ‚Seinsmöglichkeiten’! Viele Themen und Schwerpunkte setzen sich automatisch neu, so z.B. auch die kulturelle Matrix. Kultur ist ein Spiegel der wahrhaftigen Seele des Menschen. Aus öden Innenstädten werden Orte der Kommunikation. Kleinere Privatunternehmen mit anderen Zielen entstehen, größere und öffentliche Institutionen transformieren, Kriege wird es nicht mehr geben.

 

(To be continued !)

 

 

Ein Appell.

 

Versuchen wir, die Weisheit der Menschheit neu zu entdecken und sie zu bündeln. Dann gibt es auch wieder echte Ziele, für die Menschen und für die Politik! Es gibt so viel mehr zu gestalten als die kalte, flache Trilogie aus Geld, Macht und Gier! Eine andere Wirklichkeit ist möglich! Dafür lasst uns offen sein und unterschiedliche Meinungen und Kulturen integrieren! Halte Dich fern von einseitigen Betrachtungen, Abgrenzungen und Trennungen. Glaube nicht an langfristige Wetter-, Wirtschafts- und Gesellschaftsprognosen. Dafür greifen zu viele Variablen im universellen Spiel ineinander. So wie es Kipppunkte in ökologischen Systemen gibt, existieren auch in ökonomischen oder gesellschaftlichen Systemen irgendwann Wendepunkte. Es braucht nicht alle Menschen, es braucht nicht die Mehrheit, um eine neue Entwicklung durchzusetzen. Da gibt es viele Beispiele aus Medizin, Technik und Gesellschaft. Es braucht nicht alle Schulen für eine Kehrtwende, es braucht nur die eine, deren sensationelles Konzept sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Es braucht nicht jedes Dorf, jede Stadt oder jedes Land. 

 

Erwache und gestalte! Statt individueller sturer Verweigerungshaltung und einem unbeweglichen Anhaften an Bestehendem oder Verschwörungstheorien ergreife eher Chancen im Gestalten, mache Mikropolitik, ganz im Sinne Gandhis. Suche Bewegung in und aus der Stille. Die Zeitpunkte für markante Wendepunkte sind nicht vorhersagbar, aber sie kommen. Life guides. Auch im Ganzen. Alles ist möglich. Eine evolutionäre Revolution oder auch eine revolutionäre Evolution kann man nicht erzwingen, aber fördern durch unser Bewusstsein, unsere menschliche Weisheit!

 

Die Welt zu einem besseren Ort zu machen, die Menschheit zu einer terrestrischen Gemeinschaft auf dem Lebewesen Erde zu transformieren, beginnt in jedem von uns. Deep Listening ist die evolutionäre Kraft in uns Menschen, die den Wandel bewirken kann. Es ist Achtsamkeit auf dem höchsten Niveau, es mündet in Liebe.

 

Die Natur ist in den letzten Jahrzehnten immer leiser geworden, die Menschen immer lauter. Holen wir uns unseren Raum und die sprechende Stille zurück. Kommen wir wieder ins Fühlen, Lauschen und Schauen, ins Sein. Hören wir tief unseren wahrhaftigen Wurzeln zu: 

 

 

You always get an answer from the Universe -  if you listen!

 

 

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