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Was versteht man unter Deep Listening?
Zunächst einmal der Begriff: Deep Listening. Was macht das mit Dir, wenn Du ihn aussprichst? Deep Listening. Schon der Klang hat eine wunderbare körperliche Wirkung. Ist er nicht schöner, vielschichtiger und geheimnisvoller als die deutsche Übersetzung „Tiefes Zuhören“? Deep Listening ist eine zutiefst empathische Kommunikation mit allen Sinnen und Energien, die wir Menschen haben.
Deep Listening ist Achtsamkeit auf dem höchsten Niveau, es mündet in Liebe.
Deep Listening ist keine Kommunikationstechnik oder eine Methode. Es geht über das Zuhören mit den Ohren hinaus, es kann zu Deiner neuen Lebenseinstellung werden. Es ist einfach, natürlich, heilsam und für alle Menschen anwendbar. Deep Listening führt uns zur Natürlichkeit, zu unserer menschlichen Natur zurück.
Bist Du nicht erschöpft von oberflächlichen Gesprächen, (a-) sozialen Medien, Fake-News, kleinen und großen Grobheiten im Alltag, dem immer gleichen Kampf um Geld und Macht? Fühlst Du Dich lebendig oder funktionierst Du nur? Zusammen spüren wir längst, dass sich unsere Spezies den Ast absägt, auf dem sie sitzt. Mensch und Umwelt sind krank, weil der dominierende Mensch seine Herkunft nicht mehr verstehen will. Wir fordern artgerechte Haltung für jeden Affen im Zoo, vergessen aber den Affen in uns. Wenn wir den nicht artgerecht halten, geht es uns schlecht und wir werden krank.
Was kann natürlicher, gesünder, ungeformter, artgerechter sein als der Zustand nach der Geburt? Im Ursprung warst Du dieses Geschöpf, das offen für alles ist. Ein Licht. Ein unbeschriebenes weißes Blatt Papier. Doch mittlerweile bist Du gefangen in einer stark naturwissenschaftlich-wirtschaftlich dominierten Matrix, die sich immer mehr von den natürlichen Lebensgrundlagen entfernt hat. Das Geschöpf kann seine Potentiale nicht mehr entfalten. Das Licht erhält immer weniger Energie. Das weiße Blatt ist vollgeschrieben mit Mustern, Geschichten, Ängsten.
Wir können das ändern! Der Mensch muss jetzt den nächsten wichtigen Schritt gehen: empfänglicher zu werden für das wahrhaft Menschliche und damit gleichzeitig für unsere Wurzeln, Mutter Natur. Den Schlüssel zum Wandel halten wir selbst in der Hand, denn die Evolution hat uns eine unglaubliche Kraft mitgegeben: sie liegt in unseren Herzen, es ist die Fähigkeit einer tiefen Empathie, des tiefen Zuhörens. Das ist die Essenz des Menschlichen, des Wahrhaftigen. Von der Kommunikation mit Dir selbst zur zwischenmenschlichen Kommunikation und zur Kommunikation mit allem, was beseelt ist - das ist der Gedanke des Deep Listening, das Dich und die Welt transformieren kann.
Wo und wie werden die Deep Listening Circle durchgeführt?
Die Umgebung von Deep Listening bei ‚Gaiawelten‘ ist ein wunderschöner, liebevoll gestalteter, geschützter Raum. Eine kleine, homogene Gruppe gibt Dir einen sicheren Einstieg. Es sind Menschen versammelt, die es Dir leicht machen, Dich zu öffnen. Du wirst erstaunt sein, wie schnell Du Dich in dieser wohligen, achtsamen und entspannten Atmosphäre auf wunderbare Klänge, Gesänge, geführte Meditationen, Reflexionen, Gespräche und das Deep Listening einlassen kannst. Es werden alle Sinne angesprochen. Im Circle spürst Du, wie wahrhaftig und umfassend Kommunikation sein kann, wirst von Dir und Deinen Fähigkeiten nicht nur überrascht, sondern überwältigt. Wenn Du Deep Listening in dieser Atmosphäre des Vertrauens und der Harmonie erlebst, passieren weitere unglaubliche, unerwartete Dinge: die hierarchiefreie Kollektivintelligenz trägt alle und erzeugt ein starkes Gemeinschafts- und Verbundenheitsgefühl, die Kreismagie führt Dich auf eine höhere Ebene. So entsteht ein All-Eins-Sein-Gefühl. Das Bild verdeutlicht Dir, wie vielfältig die Circle aufgebaut sind:
So erlebst Du eine höhere Intelligenz, eine neue Welt und Wirklichkeit.
Du transformierst automatisch.
Vertraue darauf: Deep Listening kann Dich süchtig machen...
Was kostet es?
Wie melde ich mich an?
Du brauchst keine Voraussetzungen mitbringen oder Zeit in Vorbereitungen stecken. Investiere nur eine Minute für die Anmeldung und ca. drei Stunden für die erste heilende, transformative Erfahrung. Vor Ort ist beim ersten Basis-Circle ein wenig Wertschätzung für die Anleitenden in Form einer kleinen Spende angebracht.
Die Basis-Circle finden zentrumsnah in Hannover an einem Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag statt, ab ca. 19 Uhr. Schreib eine Mail an gaiawelten@gmx.de, in der Du Deine Lieblingstage für eine Teilnahme und Dein Alter angibst. Du brauchst die TeilnehmerInnen nicht zu kennen, das macht Dein Einlassen sogar einfacher, denn Du bist freier von Geschichten, Wertungen und Vorurteilen.
Die darauf aufbauenden Circle tauchen tiefer in das Lebensgefühl des Deep Listening ein, bringen harmonierende, empathische, achtsame Menschen zusammen, verstärken die Kreismagie, werden intensiver, kombinieren je nach thematischer Ausrichtung verschiedenste Elemente, sind immer mehr entlang Deiner Themen und Bedürfnisse ausgerichtet. Derzeit werden z.B. folgende Bewegungen angeboten:
Warum wird das Deep Listening bisher nicht im Alltag eingesetzt?
Deep Listening hat in der heutigen Wirklichkeit bisher kaum Platz. Wir setzen nur einen kleinen Teil unserer Möglichkeiten, unseres Seins, unserer Sinne, Energien und des Gehirns ein.
Was ist passiert, wie kam es dazu? Wir kommen richtig auf die Welt und verlernen das Richtige. Wir werden durch unsere Erziehung mit ‚entweder-oder Sätzen, ‚wenn-dann-Bedingungen’ oder in ‚je höher, schneller, weiter - desto besser‘-Belohnungssystemen in passende Muster, Hamsterräder und Systeme gepresst, in Schule und Beruf zu Vergleichen und Aggression erzogen. Bezug zur Natur, Achtsamkeitsübungen oder ein Gefühl für unsere Wurzeln kommen da nicht vor. Das hat Konsequenzen für unsere Eigenwahrnehmung, unser Bild der Wirklichkeit und unsere Kommunikationsfähigkeit. Was kann da anderes herauskommen, als ein Gefühl des Getrenntseins, beladen zu sein mit Ängsten und Schuldgefühlen, sich unzureichend und ungesehen zu fühlen und Bindungsstörungen zu entwickeln? Es gibt immer nur ein ‚Ich bin so, der oder die ist aber so‘. Es gibt kein Wir-Gefühl, wir haben nie Mitgefühl erlernt, weil das nie Fokus unserer ‚Erziehung‘ oder besser gesagt Entwicklung war, später nicht im schulischen Lehrplan stand und auch gesellschaftlich nicht belohnt wird. Diese anerzogenen Muster sorgen dafür, dass wir unfähig sind, wahrhaftig menschlich zu handeln, miteinander umzugehen, wahrhaftig zu kommunizieren. Wir wissen nicht mehr, was Gemeinschaft ist und Gesellschaften zusammenhält. Einsamkeit, Konflikte, Umweltzerstörung, Kriege sind die Folgen.
Es gibt etwas sehr Heilsames, was diese Teufelskreise durchbricht und ins Licht führt: Deep Listening. Es setzt direkt bei Dir selbst und Deinem Umfeld an. Schauen wir uns zunächst an, wie zwischenmenschliche Dialoge im Alltag ablaufen. Ein Beispiel: Du reist nach Südtirol, um in den Bergen tiefe Naturerfahrungen zu sammeln. Von dieser Reise möchtest Du später einer Freundin erzählen. ‚Du, ich war gerade in Südtirol und…‘ Dann aber fällt sie Dir ins Wort: ‚Ah, da war ich vor 3 Jahren auch. Das war toll. Habe so viel guten Wein getrunken, super gegessen und sogar ein Kuh gemolken…’. Biologisch gesehen ist dieser Ablauf zwar verständlich, denn Reden erzeugt Dopamin - die Sprecherin erfährt einen Belohnungsanreiz, wenn sie selbst spricht (beim Reden wird die gleiche Gehirnregion aktiviert wie beim Essen oder Sex). Doch bleiben wir bei den Konsequenzen für das Gespräch: Wenn dieser Freund nach einigen Sätzen seine Erzählung tatsächlich stoppen würde - selbst dann bist Du nun fern Deiner eigentlichen Intention und Gedanken, die z.B. um Deine Sehnsucht nach Freiheit, Natur und Kennenlernen Deiner Grenzen in der Südtiroler Landschaft kreisten. Du verlierst die Lust, Dich mitzuteilen, Dich zu zeigen. Du wirst nicht gesehen und leidest also. Und der Erkenntnisgewinn des Freundes aus Deinen Erzählungen bleibt sehr gering.
Ein anderes Beispiel: Du möchtest Deinem Partner erzählen, wie erfüllend Du den gestrigen Abend erlebst hast, als Du Dich in einer kleinen Gruppe über ein Herzensthema ausgetauscht hast. Doch kaum, als Du einen Satz ausgesprochen hast und beginnen willst, Dich zu öffnen und vielleicht zu sagen, dass Du in solchen Begegnungen Dich selbst und Euch wiederentdeckt hast und wie wunderbar Eure Partnerschaft ist, bekommst Du -bildlich gesprochen- eine Ohrfeige: ‚Nun, da hast Du Dich ja wieder mit anderen Männern oder Frauen vergnügt'. Und Du denkst: ‚Ich werde nicht gesehen.‘ Auch hier leidest Du. Die unangemessene Reaktion des Partners resultiert wohlmöglich auch aus dem Gefühl ‚Ich werde nicht gesehen’ und Verlustängsten. Die Partnerschaft hätte an dieser Stelle durch ein tieferes Hören an Erkenntnis, Tiefe und Entwicklung gewinnen können. Wir sind erzählende Wesen, wir ordnen unsere Erfahrungen in Erzählungen. Wenn wir das tun, dann lindert es Schmerzen, Leid. Das beste Geschenk, das ich einem Gegenüber und mir machen kann, ist daher die Gelegenheit, wirklich gesehen und anerkannt zu werden!
Solche oder ähnliche Situationen kennt jeder. Im beruflichen Alltag ist die Zahl der ‚unechten’ Gespräche noch weitaus höher, dort begegnen wir Selbstdarstellern, hierarchischen Teamsitzungen, endlosen Macht- und Small-Talks. Nimmst Du beim Gang durch die Stadt, durch Bahnhöfe, in Einkaufssituationen oder Arztpraxen nicht auch einen zunehmend unachtsamen, latent passiv-aggressiven Umgangston wahr? All das ist schon erschöpfend genug, doch hinzu kommen der Eindruck einer zersprengten, egomanischen und vereinsamten Gesellschaft, zerstörten Umwelt, der Politsprech auf der Weltbühne, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Umwelt, die in der Sprache selbst beginnen, redundante Streitdiskussionen in den medialen Talkshows, Fake-News, (a-)soziale Medien. Es ist unendlich belastend, triggert immer wieder die Eindrücke: Ich bin hilflos! Ich bin wohl verkehrt! Ich werde nicht gesehen! Es erzeugt Ängste, blockiert die wahrhaftige zwischenmenschliche Kommunikation und Transformation. Halten wir fest: schon im Privatbereich entstehen die meisten Konflikte durch eigene Urängste und durch Muster, die uns antrainiert wurden. Dies gilt auch global.
Wie verändert Deep Listening den Menschen, das Zwischenmenschliche?
Stell Dir vor, Du nimmst Dir Zeit für Dich. Du liest ein Buch und findest Dich in der Welt eines Charakters wieder und denkst: ‚So sehe ich das auch‘ - erfährst so ein Streicheln deiner Seele, eine Bestätigung, dadurch einen inneren Heilungsprozess. Oder du hängst in einem Liebesfilm an der Worten des Liebespaars und fühlst: ‚Ja, genau so ist es mir auch einmal ergangen‘ und versenkst Dich in diese Situation, hältst inne, weinst vielleicht, spürst Dich selbst. Oder: Wenn wir manchmal eher Pippi Langstrumpf als ihre Freunde Tommy und Annika sein wollen, eher kreativer Geist oder Rebell statt Langweiler bzw. Duckmäuser - was sagt das über Deine Seele? Was spiegelt sich, wenn wir uns in Geschichten sehr nahe bei den Unterdrückten, Einsamen oder Verlierern fühlen? Wir steigen in die Schuhe der Protagonisten, fragen uns, wie geht es ihnen gerade, was denken sie, wovor haben sie Angst, was macht sie glücklich, warum tuen sie dies oder das? Das könnte doch ich sein! Bei einer solchen Perspektivenübernahme in einem Buch oder Film kannst Du tief in Deinen Lieblingscharakter und auch Dich hinein hören! Du fühlst etwas Wahrhaftiges und übst dabei automatisch Deine Empathie. Das gelingt selbstverständlich auch in Kommunikation mit Tieren, Pflanzen oder Naturphänomenen! Wir gehen in Schwingungen, in Kommunikation miteinander, wir fühlen mit, wir fühlen uns eins mit anderem Beseelten. Wir sind nicht mehr getrennt! Das ist unendlich heilsam. Weil wir uns Zeit genommen haben, weil wir uns in einer Versenkung mit uns selbst oder anderem verbunden haben, werden wir lebendiger, es entsteht Leben! Wir transformieren. In der Folge kommen dann neue Ideen, Bilder, Sehnsüchte, Entwicklungsmöglichkeiten.
In den üblichen Alltagsdialogen befindest Du Dich hingegen in schnellen Abfolgen von Aussagen (Reiz) und Antworten (Reaktion). Dabei ist die Reaktion auf einen Reiz eine große Unfreiheit, die Dir scheinbar aufgezwungen wird. Wie kommst Du aus diesem zwanghaften Reagieren, den Verstrickungen und damit verbunden Mustern, aus dieser gefühlten Enge heraus? Indem Du zwischen Reiz und Reaktion einen bewußten Raum einbaust! Hier setzt der Dialog im Deep Listening an. Es geht nicht um Tiefenanalyse oder neumoderne Therapiekonzepte. Es braucht keine Lehrer, Therapeuten, Gurus, keine Hierarchie, keine Macht, keine Form. Deep Listening ist einfach - ja wirklich - verblüffend einfach! Und das muss auch so sein, damit es sich überall durchsetzen kann. Wir halten den Schlüssel alle selbst in der Hand. Dieser Schlüssel ist einfach, erdverbunden und menschlich - und er öffnet die Tür zur universellen Wahrheit! Die Evolution hat uns reich beschenkt: Im Herzen der Menschlichkeit liegt eine Fähigkeit, die unglaublich kraftvoll ist: die Fähigkeit empathisch tief zuzuhören.
Im Deep Listening mit anderen Menschen bist Du abwechselnd entweder tiefer Zuhörer oder authentischer Sprecher. Es kann dabei ganz bewußt auf eine Antwort oder Diskussion verzichtet werden. Nehmen wir an, Du bist jetzt ein Zuhörer und ein Sprecher teilt sich Dir ehrlich, authentisch und mit offenem Herzen mit. Du hörst zu, aber nicht nur mit den Ohren, nicht nur intellektuell, sondern tief im Innern:
Mit deinem Herzen und dem ganzen Sein.
In voller Präsenz.
Empathisch. Authentisch. Vorurteilsfrei.
Bedingungslos. Ohne Bilder. Ohne Schubladen.
Dieser Schritt der vollen Konzentration und Aufmerksamkeit für Dein Gegenüber ist sicherlich der schwierigste - und gleichzeitig reizvollste. Faktisch bombardieren Dich täglich 60000 Gedanken. Du stellst genervt fest, dass Dich Dein Gehirn als Müllabladestelle benutzt. Wie willst du da leer werden für Dein Gegenüber? Ein weißes Blatt Papier, ein Zuhörer im Ursprungszustand, in sich ruhend, in stiller Balance, präsent für den Sprecher? Eckhart Tolle rät zum ‚Beobachter‘ des eigenen Verstandes zu werden. Auch wenn man es nicht sofort schafft: im Beobachten und Erkennen liegt der erste Schritt. Indem Du Dein Gedankenkarussell beobachtest, wird es sich langsamer drehen. Wie reagierst Du nun auf unterschiedliche Menschen? Vielleicht springt schon vor dem Gespräch bildlich gesprochen eine betitelte Schublade auf, weil ich durch das Aussehen, die Stimme oder den Geruch des Sprechers gedankliche Vorurteile zulasse. Vielleicht kenne ich die Person sehr gut, dann zwinge ich ihr eine vorgefertigte Schablone auf. Auch könnte es sein, dass ich im Gespräch etwas höre, was mir nicht gefällt, ich gedanklich reagiere und schon innerlich Antworten vorbereite. In jedem Fall entstehen bei mir Bilder aus eigenen Geschichten, Erfahrungen, Projektionen - es entsteht ein eigener Heimatfilm. Dieser Film hat aber nichts mit dem Gegenüber zu tun. Das muss ich erkennen und mich zurücknehmen, sonst kann ich nicht tief zuhören und beim anderen bleiben.
Wenn Du Dich in eine Landschaft, eine filmische Liebesszene oder eben jetzt in einen Menschen tief versenken kannst, wirkt dies wie die Beruhigung in einer Meditation. Zukunft und Vergangenheit spielen keine Rolle mehr. Wenn Du mit Deinem Herzen, wenn Du mitfühlend lauscht, schaust, innehältst, dem Sprecher deine Präsenz schenkst und einen Raum gibst, schenkst Du wahrhaftige Menschlichkeit. Du erfährst zugleich ein tiefes Verständnis für die Worte des sich auch mit dem Herzen öffnenden, authentischen Sprecher, erkennst seine Hoffnungen oder Ängste, also sein Leid. Dabei bist Du im Mitgefühl, nicht im Mitleid.
Im Deep Listening hörst und fühlst Du Neues, nimmst das Potential des Sprechers wahr, erkennst ihn in seinen ganzen Möglichkeiten. Du wirst seiner inne, findest Dich in seinen Geschichten, Hoffnungen, in seinen Ängsten und Schwächen wieder, entdeckst Dich selbst im Gegenüber und erkennst Dein Ich. Die Worte des Sprechers werden so zu Geschenken für Dich als Zuhörer. Dabei entwickelst Du Dich auch selbst ohne Anstrengung weiter! Du begegnest Dir selbst immer freundlicher und verständnisvoller, übst Selbstakzeptanz, leidest weniger. Soren Kierkegaard sieht in diesem persönlichen Entwicklungsprozess die Chance, Selbstzweifel abzubauen, das wahre Potenzial zu entfalten und innere Ruhe zu fördern. Er formuliert das wundervolle Ziel: „Das Selbst zu sein, was man in Wahrheit ist“. Carl Rogers geht davon aus, dass alles in uns angelegt ist, es muss nur aktualisiert werden, um zum Selbstbild und zur Selbstverwirklichung zu kommen. Der angeborenen Selbstverwirklichungstendenz kann in solchen Gesprächen Raum gegeben werden. Es ist dabei nicht die Gesprächstechnik, die trägt, sondern die innere Grundhaltung: eine tiefe Akzeptanz und grundlegende Wertschätzung für den anderen. Das tiefe Zuhören dient der Selbstexploration des Sprechers. Was blockiert mich? Was steht meinem Glück, meiner Zufriedenheit und Liebesfähigkeit entgegen? Letztlich dient Deep Listening der Annäherung an Fragen wie z.B.: ‚Wer bin ich wirklich? Wo liegt mein Sinn?’
Woran merke ich, dass ich tief zuhöre?
„Ich bin hier für deine Gedanken.“ Diese Einstellung könntest Du als Zuhörer mitbringen. „Ich kann Dir mein Herz im Vertrauen weit öffnen.“ So wäre ein beispielhaftes Gefühl für den Sprecher. Durch die Verbindung zwischen Zuhörer und Sprecher entsteht eine magische Resonanz, ein wahrhaftiges Wahrnehmen von zwei Seins-Zuständen, ein Gefühl des „All-Eins-Seins“. Diese Wahrhaftigkeit führt zu Deiner Transformation, die Du in Körper und Geist spürst. Du führst keine Kriege mehr, keine inneren und äußeren, weil Du Dich selbst im anderen erkennst. Unterschiedliche Meinungen dürfen nebeneinander stehen bleiben, aus dem ‚Entweder-oder’ wird ein ‚Sowohl-als auch’. Frieden kehrt ein. Es entsteht eine Stille. Zuhörer und Sprecher entdecken auch ein neues Körperbewusstsein: Es kommt eine wohlige Wärme bei im Körper auf, eine Geborgenheit, Sicherheit, eine Entspannung. Jetzt würdest Du Dein Gegenüber vielleicht gern umarmen, Dich bedanken, jedenfalls aber ihm gar nicht mehr weh tun wollen. So beobachte aktiv als Zuhörer deine Gefühle, beobachte beim Sprecher die Gestik, Tonlagen, ein Zögern sowie Körperreaktionen. Als Sprecher nimmst Du aktiv die liebevolle, stille Präsenz des Zuhörers wahr. Du erfährst ein höchstes Maß an Wertschätzung: Du fühlst dich gesehen, verstanden, aufgenommen, respektiert, erlangst Klarheit, Bewusstheit und leidest ebenfalls weniger. Wenn wir in der Kindheit bedingungslose Liebe vermisst haben, hier können wir sie erspüren. Die Hauptursachen von Konflikten -Urängste und antrainierte Muster- können sich lösen! Deep Listening führt dazu, dass Du den anderen und Dich erkundest und bestätigst. Martin Buber hat einmal den wunderbaren Satz formuliert: „Der Mensch wird am Du zum Ich“. Und er sagt: „Wenn wir aufhören, uns zu begegnen, ist es, als hörten wir auf zu atmen.“ Deep Listening ist Achtsamkeit auf dem höchsten Niveau, es mündet in Liebe.
Gibt es Grenzen im Deep Listening?
Was die Möglichkeiten der Transformation eines Menschen angeht: nein! Die Grenze ist die unendliche Weisheit des Universums. Das wird vor allem im Holistic Deep Listening deutlich (s.u.). Nun fragst Du Dich vielleicht: Wie wäre es in Gesprächssituationen mit unangenehmen Menschen? Nehmen wir ein extremes Beispiel: Du sprichst mit einem Menschen, der ein schlimmes Verbrechen begangen hat. Kannst Du damit umgehen, kannst Du ihm tief zuhören? Denn als tiefer Zuhörer bist Du ja nicht nur emphatisch und vorurteilsfrei, sondern auch authentisch - Du sollst also wahrhaftig, echt zu Dir selbst sein! Es kann also sein, dass Du hier Deine Grenzen überschreiten würdest und nicht mehr Du selbst bist. Nehmen wir also an, dass Du Dich nicht selbst überschätzt, sondern denkst: ‚Das wird mir zu heftig.‘ Das teilst Du Deinem Gesprächspartner offen mit und ihr beendet den Austausch. Die Beendigung des Gesprächs hilft auch dem Verbrecher, denn dieser kann sich nur dann auf ein tiefes Gespräch einlassen, wenn er das Gefühl bekommt, alles darf sein. Es wäre aber auch eine anderes Vorgehen eines Zuhörers denkbar: ‚Ich finde die Tat schlimm, aber ich möchte den Menschen verstehen, der dahinter steht.‘ Dies basiert auf der Haltung: Der Mensch an sich ist nicht schlecht. Etwas überzeichnend könnte man formulieren: Seine Sünden darfst Du hassen, aber den Sünder darfst du lieben. Das Verbrecherbeispiel dient dazu, sich die Bedeutung der eigenen Grenzen, unterschiedliche Haltungen und Reaktionsmöglichkeiten bewusst zu machen. Was ist, wenn mir der Mensch sehr unsympathisch ist oder das Gesagte mir nicht gefällt? Was ist mit Narzissten, Selbstdarstellern, Cholerikern, Lügnern usw.? Zum einen gibt es einfache Kommunikationsregeln, die einzuhalten sind. Zum anderen musst Du gar nichts aushalten. Negative Grenzüberschreitungen gibt es im Deep Listening äußerst selten - und wenn, können sie vom Zuhörer innerlich kompensiert werden. Thich Nath Hanh sagte: „Mitgefühl ist die Essenz, die Energie in Deinem Herzen. Der Sprecher schüttet sein Herz aus und leidet dadurch weniger. Selbst bei Angriffen bist Du geschützt - durch Dein Mitgefühl.“ Entscheidet sich der Zuhörer für das Gespräch, gilt es wirklich, den Raum zu halten und nur tief zu hören. Ratschläge oder Stellungnahmen sind zu einem frühen Zeitpunkt nicht sinnvoll, da sie den Sprecher dirigieren oder korrigieren. Der Sprecher könnte sich dadurch herabgesetzt, nicht genug, nicht gehört oder gar schuldig fühlen. Die heilsame Selbsterkundung wird unterbrochen. Durch einen wirklich gehaltenen Raum im Deep Listening dürften Selbstdarsteller aber nach kurzer Zeit ruhiger, Lügner und Manipulationen entlarvt, ängstliche Menschen aufgefangen werden, wütende Choleriker sich beruhigen.
Was ist Deep Listening nicht?
Diskutieren, argumentieren, bewerten, beurteilen, ‚ja, aber-Denken‘, ‚entweder-oder-Denken‘, kritisieren, streiten, Widerstand fühlen, vergleichen, kämpfen, Masken tragen, Rollen spielen, hinter Fassaden verstecken, in Hierarchien sein, manipulieren, erwarten, strukturieren, überreden, Antworten vorbereiten, ungefragte Ratschläge und Stellung-nahmen abgeben, sich verkaufen, nur im Kopf sein, unter Druck sein, perfekt oder smart sein wollen, Recht haben wollen. DL ist nicht laut, ist nicht schnell, ist nicht schwierig. Es ist aber auch nicht nur eine Kommunikationsmethode wie z.B. ‚Gewaltfreie Kommunikation‘ oder ‚Ehrliches Mitteilen‘ - beides gute Ansätze, die aber etwas technisch daherkommen und zu einengende Regeln an die Sprache haben.
Was bedeutet Holistic Deep Listening?
Deep Listening endet wie dargestellt nicht beim Hören mit den Ohren, aber auch nicht in der zwischenmenschlichen Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Ein Dialog oder ein tiefes Hören kann auch jenseits von Sprache oder sogar physischer Begegnung erfolgen. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wieviel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt ist“, so Rainer Maria Rilke. Doch die Natur ist in den letzten Jahrzehnten immer leiser und wir Menschen immer lauter geworden. Wir müssen uns die Stille zurückholen im eigenen Raum, leer werden wie ein weißes Blatt Papier, zu unserem Ursprung zurückkehren, um dann über Lichtbrücken mit allem Beseelten in wahrhaftige Kommunikation zu treten: mit Pflanzen, so werden z.B. Bäume im Waldbaden gern umarmt, Tieren - blicke etwa einmal tief und lange in die Augen z.B. eines Affen, Sachen- betrachte ganz ausführlich und bewusst dein erstes geliebtes Kuscheltier aus der frühen Kindheit, mit Landschaften von Mutter Erde - tauche in sie ein und erfahre z.B. die Heiligkeit eines Berganblickes- und mit dem Universum und Dir selbst, vielleicht in Form einer schamanischen Reise, mit resultierenden Versenkungen in eigenen Gedankenwelten, z.B. über visionäre Gesellschaftsentwürfe.
Die persönliche Transformation durch Deep Listening kann einen Wandel in allen Gesellschaften und im Verhältnis zu Mutter Erde bewirken. Durch Deep Listening entwickeln wir wieder die Empathie, die wir brauchen, um mit Mutter Erde in die richtige Kommunikation zu treten. Alles Beseelte schwingt miteinander. Stell Dir bildlich Millionen oder Milliarden miteinander verwobene Spinnennetze vor. Durch die Berührung nur eines Fadens bringst Du das ganze Netzwerk zum Schwingen, sendest Informationen bis in den hintersten Zipfel des Netzes. Es ist alles Energie. Durch die für unser Auge unsichtbaren Energien sind wir mit unserer Erde und weltweit miteinander verwoben. Alles ist mit allem verbunden. Daher haben alle unsere Gedanken und Handlungen Auswirkungen. Das Resonanzgesetz vermittelt Dir: Du ziehst das an, was Du aussendest. Dazu gehören innere Haltung, Gedanken, Gefühle, Worte, Handlungen.
Damit sind wir bei Mikropolitik: Die Welt zu einem besseren Ort machen beginnt in jedem von uns! „Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“, so sagte es Mahatma Gandhi. Die Welt ist offen und frei, abhängig von unserem Bewusstsein. Beginne bei Dir selbst, erforsche Dich, Deine Seele, Dein Bewusstsein. Aus unserem Bewusstsein können wir im gegenwärtigen Moment viel Energie schöpfen und auch nach außen hin gestalten. In der zwischenmenschlichen Kommunikation zeigt sich, dass durch Deep Listening wirkliche Verbundenheit und persönlicher Frieden entstehen. Wenn wir dies also in den Alltag integrieren, kann es den privaten und öffentlichen Raum transformieren - durch kleine Circle, größere Veranstaltungen, Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Organisationen. Online und offline. Holistic Deep Listening (HDL), ganzheitliches tiefes Zuhören könnte unsere terrestrische Gemeinschaft und unseren Umgang mit dem Lebewesen Erde völlig verändern.
Beschäftigst Du Dich auch mit visionären Gesellschaftsentwürfen? Dann lies:
Holistic Deep Listening und menschliche Transformation
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